Von Alpenwurzeln zu Bergpfaden

Als ich 1985 in Österreich geboren wurde, blickte ich auf die Alpen und fragte mich, warum jemand sie besteigen würde. Mit 24 Jahren ging ich mit nur 100 Euro nach Amerika, wo ich in San Francisco eine Karriere im technischen Bereich machte, meinen Körper und meinen Geist veränderte, 50 kg abnahm und meine Leidenschaft fürs Wandern entdeckte. Der Pacific Crest Trail weckte meine Liebe zu den Bergen, führte mich zur Pflanzenmedizin im Amazonas und schließlich zurück zu meinen österreichischen Wurzeln. Jetzt nehme ich meine bisher größte Herausforderung in Angriff: über 2.500 km mit 150.000 Höhenmetern durch Österreichs Berge - eine Reise von dem pummeligen Kind, das Berge mied, zu dem Abenteurer, der genau die Gipfel bezwingt, die ihn einst einschüchterten.
Thomas auf dem Mount Whitney (14.508 ft)

Die Reise beginnt

Ich wurde 1985 in Österreich geboren und wuchs im Alpenvorland auf. Ironischerweise war ich als pummeliges Kind nicht gerade ein Wanderer. Ich schaute auf diese gewaltigen Berge und konnte nicht verstehen, warum jemand sie freiwillig besteigen wollte. Ich wusste nicht, dass dieselben Gipfel, die ich einst mied, später meine größte Leidenschaft werden würden. Als Millennial interessierte ich mich schon früh für Technologie - vom Snake-Spiel auf meinem ersten Nokia bis hin zur Navigation im frühen Internet, die sowohl meine Leidenschaft als auch mein beruflicher Weg wurde.

Von Österreich nach Hollywood (fast)

Mit Mitte zwanzig, frustriert über die Richtung meines Lebens, traf ich eine mutige Entscheidung: Mit 24 Jahren flog ich nach Los Angeles, mit nur 100 Euro in der Tasche und dem Traum, Schauspieler zu werden. Meine Hollywood-Karriere kam zwar nie zustande, aber diese drei Monate veränderten meine Denkweise völlig. Als mein Touristenvisum ablief, kehrte ich nach Österreich zurück, mit einer neuen Perspektive und dem brennenden Wunsch, Amerika zu meiner Heimat zu machen.

Thomas in Hollywood

Der Weg nach San Francisco

Als Schulabbrecher mit großen Träumen brauchte ich einen Plan. Ich sicherte mir eine Stelle als Webentwickler bei Salesforce in Irland, strategisch gewählt wegen der US-Niederlassungen und der Versetzungsmöglichkeiten. Innerhalb von zwei Jahren erhielt ich mein L1-Visum und zog nach San Francisco um - mein Tor zum amerikanischen Traum.

Berge innerhalb und außerhalb

In San Francisco stellte ich mich meinen persönlichen Bergen. Ich wog 300 Pfund und kämpfte mit meinen inneren Dämonen, und ich beschloss, mich zu verändern. Durch unermüdlichen Einsatz verlor ich in sechs Monaten 100 Pfund. Doch körperliche Veränderungen allein brachten nicht die Erfüllung, die ich suchte. Durch Meditation, Podcasts und Mentoring wandte ich mich nach innen und suchte Antworten auf die Fragen, die mich seit meiner Kindheit verfolgten.

Der Ruf des Trails

Auf einer 26-Meilen-Wanderung in der Umgebung von San Francisco, dehydriert und im Delirium auf dem Bobcat Trail in den Marin Headlands, hatte ich eine Epiphanie. Wenn ich mich wirklich selbst entdecken wollte, brauchte ich eine größere Herausforderung. Der Pacific Crest Trail rief nach mir - 2.650 Meilen Gebirgswildnis, wo ich mich endlich den Abgründen meines eigenen Geistes stellen konnte.

Mit meiner neu erworbenen Green Card nahm ich ein viermonatiges Sabbatical, verschenkte die meisten meiner Besitztümer und begann, von Seattle aus zu wandern. Diese Monate auf dem Wanderweg lehrten mich mehr über Stille und Gedankenmanagement, als es jahrelanges Stadtleben je könnte.

Ein Gruppenfoto der Wanderer in Cascade Locks - Klasse von 2017

Heilung durch die Natur

Nach dem PCT setzte sich meine Reise der Selbstfindung durch Pflanzenmedizin im Amazonas fort, wo ich eine tiefgreifende Heilung erlebte, die sich anfühlte wie "Hunderte von Stunden Gesprächstherapie in einer fünfstündigen Sitzung". Diese Erfahrung hat mich darin bestärkt, anderen zu helfen, ihren eigenen Weg zum Wohlbefinden zu finden.

Der nächste Gipfel

Heute baue ich diese Austrian Hiking Challenge auf, um meine Leidenschaft für die Berge mit anderen zu teilen. Mein Weg hat sich geschlossen - von den österreichischen Ausläufern, wo ich einst das Klettern mied, zu den Herausforderungen, die ich einst in Frage stellte.

Nachdem ich vor ein paar Jahren in Pension gegangen bin und ein dreimonatiges Intensivtraining als Curandero im Amazonasgebiet absolviert habe, bereite ich mich nun auf meine bisher größte körperliche Herausforderung vor: die Österreichische Wander Challenge. Dieses Jahr werde ich mehr als 2.500 km mit fast 150.000 Höhenmetern bewältigen - und das alles in einer Saison. Der Junge, der einst verwundert auf die Berge blickte, plant nun, sie alle zu bezwingen.

„Gracias a mi Familia“ und an alle, die diese Reise mitgestaltet haben. Der Weg geht weiter, und ich lade Sie ein, mich bei der nächsten Besteigung zu begleiten.